Retourkutsche für Aufmüpfigkeit – weiterer Zentralisierungsschritt
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Jahrzehntelang war das Land im Auftrag des Bundes als Aufsichtsbehörde für die Vorarlberger Gebietskrankenkasse tätig. Das war effektiv, hat klaglos funktioniert und die VGKK hat sich in dieser Zeit als eine der erfolgreichsten Kassen in Österreich etabliert. Jetzt soll alles anders werden, setzt der Bund das Land in punkto GKK vor die Tür: „Das ist die Retourkutsche, weil das Land sich für die GKK einsetzt und nicht jede zentralistische Entscheidung, die der VGKK finanziell schadet, gottergeben hinnimmt“, ist AK-Präsident Hubert Hämmerle überzeugt.
„Aufsichtskommissär“ heißt das öffentliche Kontrollorgan in der Gebietskrankenkasse. Die Einsetzung dieses Kommissärs ist eigentlich Bundessache, sie wurde aber jahrzehntelang an den jeweiligen Landeshauptmann delegiert, der dann einen hochrangigen Landesbeamten für die Funktion nominiert hat. Der jetzige Rauswurf des Landes ist unverständlich, kommt aber sicher nicht von ungefähr. „Das Land hat immer wieder bewiesen, dass es zu seiner GKK steht und hat sich auch nicht gescheut, zu klagen, wenn wieder einmal versucht wurde, die Gelder der Vorarlberger Versicherten für irgendwelche Rettungsaktionen maroder Kassen im Osten zu plündern. Das ist den Wiener Zentralisten natürlich ein Dorn im Auge und deshalb soll jetzt ein Aufpasser aus der Bundeshauptstadt in Dornbirn installiert werden“, empört sich der Vorarlberger AK-Präsident. „Ein solcher Wachhund wäre in Wien wesentlich dringender notwendig, wo seit vielen Jahren Abgänge in Millionenhöhe geschrieben werden“, ist Hämmerle überzeugt. Er spreche sich daher klar gegen diesen willkürlichen Zentralisierungsschritt aus, der lediglich mehr Bürokratie und Kosten verursache. „Was zentralistische Entscheidungen im Gesundheitsbereich bedeuten, haben die Vorarlberger Versicherten in den vergangenen Jahren nur allzu deutlich erleben müssen“, so Hämmerle abschließend.
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