Arbeitsklimaindex: Struktureller Rahmen
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„Kleinbetriebliche Strukturen, junge Arbeitnehmer/innen, ein duales Ausbildungssystem, mehr Teilzeitanstellungen sowie eine privatwirtschaftliche Ausrichtung prägen den Arbeitsmarkt in Vorarlberg“, stellt AK-Präsident Hubert Hämmerle fest.
Seit 1997 werden österreichweit in vierteljährlichen Abständen repräsentative Arbeitnehmer/innen-Befragungen erhoben und berechnet. Der so genannte Arbeitsklimaindex ist ein Maßstab für die Arbeitszufriedenheit sowie für den wirtschaftlichen und sozialen Wandel aus der Sicht der Arbeitnehmer/innen. Seit dem Jahr 2000 wird eine Regionalauswertung für Vorarlberg durchgeführt.
Die heute vorliegenden Zahlen beinhaltet die Auswertung der vier Quartalswellen 2008, für die insgesamt 669 Vorarlberger/innen interviewt wurden. Ihnen wurden 25 Einzelfragen gestellt, die in vier Teilindizes zusammengefasst werden: Gesellschaft, Betrieb, Arbeit und Erwartungen.
Klein- und Mittelbetriebe
Wie bereits im Jahr 2007 sticht die Struktur der Betriebsgröße in Vorarlberg am deutlichsten hervor: 28 Prozent der Befragten in Österreich gaben an, in Betrieben bis zu 19 Beschäftigten zu arbeiten (2007: 24 Prozent) – in Vorarlberg sind es hingegen 42 Prozent (2007: 34 Prozent). Auch die Anzahl der Mittelbetriebe (20 bis 99 Beschäftigte) ist um sieben Prozentpunkte höher als in Gesamtösterreich (2007: drei Prozent). Nur in Betrieben ab 100 Mitarbeiter/innen liegt Vorarlberg mit 20 Prozent insgesamt 18 Prozentpunkte unter dem Österreichschnitt (2007: 33 Prozent – 11 Prozentpunkte unter Österreichschnitt).
Altersstruktur
Die Beschäftigten in Vorarlberg sind durchschnittlich etwas jünger als im restlichen Österreich. Der Anteil der bis 29-Jährigen liegt in Vorarlberg bei 33 Prozent der Befragten, während es in Österreich insgesamt 27 Prozent sind.
Bildung
Das durchschnittliche formale Bildungsniveau ist in Vorarlberg niedriger als in Gesamtösterreich: Der Anteil der Maturanten/innen bzw. der Universitätsabsolventen/innen ist deutlich geringer
(2008: -9 Prozentpunkte; 2007: -12 Prozentpunkte), umgekehrt ist die Gruppe derjenigen, die eine Lehre absolvieren, vergleichsweise höher (2008: +13 Prozentpunkte; 2007: +19 Prozentpunkte). Das erklärt auch, weshalb einfache Angestellte in Vorarlberg überrepräsentiert sind. Weiters sind in Vorarlberg im Österreichvergleich auch weniger Personen im öffentlichen Dienst (2008: -12 Prozent; 2007: -6 Prozent) oder als Facharbeiter (-6 Prozent) beschäftigt.
Branchen
Beim Vergleich der Beschäftigten nach Branchen, zeigt sich nach wie vor eine starke Dominanz des privatwirtschaftlichen Sektors. Während Groß- und Einzelhandel in Vorarlberg überdurchschnittlich vertreten sind (+8 Prozentpunkte), sind im öffentlichen Bereich weniger Personen beschäftigt als in Gesamtösterreich (-3 Prozent). Im Vergleich zum Jahr 2007 haben Industrie und Gewerbe sehr stark zugenommen. „In Hinblick auf die momentane Situation der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung, ist dieses Strukturmerkmal genau zu beobachten“, gibt AK-Präsident Hämmerle diesbezüglich zu bedenken. Dafür sind auf Grund der geografischen Lage rund 5 Prozent der Vorarlberger Beschäftigten außerhalb Österreichs tätig (in Österreich insgesamt: 1 Prozent). In dieser Gruppe sind Arbeitnehmer/innen mit Matura bzw. Universitätsabschluss, sowie jene, die im Bereich Industrie und Gewerbe beschäftigt sind, überrepräsentiert.
Arbeitszeit
Mit 35,6 Wochenstunden (2007: 37,8 Wochenstunden) durchschnittlicher Arbeitszeit in Vorarlberg, liegt dieser Wert etwas unter dem Gesamtösterreich-Schnitt (2008: 37,8 Wochenstunden; 2007: 38,1 Wochenstunden). Der Unterschied liegt nicht zuletzt in einem etwas über dem Durchschnitt liegenden Teilzeitanteil in Vorarlberg: 21 Prozent (vorwiegend Frauen) gegenüber 18 Prozent in Österreich. Die Teilzeitbeschäftigen arbeiten in Vorarlberg bis zu 35 Wochenstunden.
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