Rückkehr in Beruf: Wer lange krank ist, benötigt Begleitung
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Langzeitkrankenstände belasten in erster Linie Betroffene, fordern aber auch Arbeitgeber und unser Gesundheitssystem heraus. Intelligente Lösungen für eine optimale Rückkehr ins Arbeitsleben sind gefragt. Die AK Vorarlberg fordert deshalb ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM).
Bei der kommenden Vollversammlung der AK Vorarlberg wird ein Antrag diskutiert, wie betriebliches Eingliederungsmanagement durch gesetzliche Rahmenbedingungen ermöglicht und forciert werden soll. „Im Fokus steht für mich dabei ganz klar die Gesundung des Arbeitnehmers“, sagt Hämmerle, „das alte Schema krank oder volle Arbeitsbelastung greift in vielen Fällen zu kurz. Ein fließender und damit schonender Übergang ist doch viel gesünder!“
Sanfter Übergang
Im Arbeits- und Gesundheitsgesetz fehlen dafür aber die notwendigen Ergänzungen. Für Hämmerle wichtig: Der sanfte Übergang muss unter dem Dach der Krankenstandsregelungen erfolgen und dürfe nicht Teil eines bereits wieder normalen Beschäftigungsverhältnisses sein: „Sonst entsteht zwangsläufig Druck durch die Arbeitgeberseite nach dem Motto ,Hier Geld – hier Leistung’, und dieser Druck kann nicht gesund sein.“
Andere Länder haben bereits seit Jahren solche oder ähnliche Ansätze in die Praxis umgesetzt. Beispielsweise unsere Nachbarn Schweiz und Liechtenstein. „Durch die vielen Grenzgänger haben die niedergelassenen Ärzte in Vorarlberg bereits Erfahrung, was Untersuchung, Diagnose, Behandlung und Procedere angeht“, sagt Ärztekammerpräsident Dr. Peter Wöß, „es wäre kein Novum für uns.“ Es mache auf jeden Fall Sinn: „Solche Möglichkeiten zur besseren Eingliederung sind aus ärztlicher Sicht zu empfehlen.“
530.000 Krankenstandstage
„Betroffene stufenweise wieder ins Arbeitsleben zu integrieren, macht auch für uns Sinn“, begrüßt der Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse Manfred Brunner die AK-Initiative: „Unterm Strich erwarten wir uns eine frühere Rückkehr in den Beruf und damit eine Reduzierung von Krankenstandszeiten.“ Brunner schildert anhand konkreter Zahlen die Dimension der Langzeitkrankenstände, also 40 Tage oder längere Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Unfällen oder Erkrankungen: „145.000 Fälle mit weniger als 40 Tage Krankenstand machen in Summe rund 800.000 Krankenstandstage aus. Die zirka 5000 Langzeitkrankenstands-Fälle bringen es zusammen auf 530.000 Krankenstandstage.“
Die 2010 von der AK-Vollversammlung geforderte allgemeine Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene gibt es inzwischen. Im nächsten Schritt gilt es, vom Gesetzgeber die rechtlichen Leitplanken einzufordern, damit Betriebliches Eingliederungsmanagement im Sinn aller Beteiligten zur ganz normalen Einrichtung wird.
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