Schicksal Prekarität?
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Die AK Vorarlberg hat in einer Studie erfasst, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse in Vorarlberg zunehmen. AK-Präsident Hubert Hämmerle betont, dass Prekarität durch gezielte Förderung der Arbeitnehmer/innen vermieden und bereits im Ansatz verhindert werden kann.
Ein prekäres Arbeitsverhältnis unterscheidet sich von einem so genannten „normalen“ Arbeitsverhältnis durch eine geringe berufliche Stabilität und wenig soziale Sicherheit. Eine erhebliche Zahl von Beschäftigten in Vorarlberg befindet sich derzeit auf den unteren Stufen der sozialen Hierarchie mit unsicheren und schlecht bezahlten Arbeitsplätzen. Entscheidend für Prekarität sind jedoch nicht nur die aktuelle Einkommens- und Beschäftigungssituation, sondern auch jene Faktoren, die mit zunehmendem Alter Prekarität bewirken können. Dazu gehören eine unzureichende Schulbildung, falsche Berufsqualifikation, der Positionsverlust beim Wiedereinstieg in den Beruf nach der Familienzeit sowie fehlende Chancen oder fehlendes Bewusstsein für die Notwendigkeit von Um- und Weiterqualifikation.
Potenziale nutzen
In einer groß angelegten Studie hat die AK Vorarlberg die Bedingungen des Arbeitsmarktes in Vorarlberg durchleuchtet und ist zu einem nicht unbedenklichen Schluss gekommen: Unsere Gesellschaft vergibt sich mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, deren Potenziale nicht aktiviert werden, eine bedeutende Chance. Zudem werden diesen Menschen Möglichkeiten der Selbstverwirklichung, der Qualifizierung und der sozialen Absicherung genommen. AK-Präsident Hubert Hämmerle dazu: „Wichtig ist es nun, Maßnahmen gegen prekäre Arbeitsverhältnisse zu treffen und den betroffenen Menschen Sicherheit und Stabilität zu bieten.“ Schwerpunkte sind dabei die Weiterqualifizierung in Bereichen einfacher Arbeit, ein regelmäßiger Berufsvorsorge-Check mit Vorschlägen für Umqualifizierung, der Ausbau des Integrationsleasings sowie ein schul- und sozialpolitisch verbessertes Management des Übergangs von der Schule in den Beruf.
Prekären Arbeitsverhältnissen vorbeugen
Wichtig zu berücksichtigen ist zudem, dass ein prekäres Arbeitsverhältnis nicht isoliert betrachtet werden darf. Vielmehr muss der gesamte (Erwerbs-)Lebenslauf berücksichtig werden. Schwierig wird es für den Einzelnen beispielsweise, wenn unverhofft Arbeitslosigkeit einritt oder der Wiedereinstieg nach der Kinderbetreuungszeit nicht gelingt. Mangelnde Bildung oder eine lang andauernde atypische Beschäftigung können in Armut resultieren. „Wichtig sind deshalb auch präventive Maßnahmen“, so der AK-Präsident abschließend. „Prekäre Lebensverläufe können durch Um- und Neuschulungen bzw. durch Förderung von Sprachkompetenzen und praktischen Fähigkeiten etc. präventiv vermieden werden.“
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