Dauerbastelei am Pensionssystem auf Kosten der Beschäftigten
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Einmal mehr wird der Teufel an die Wand gemalt: Unser Pensionssystem werde in wenigen Jahren „krachen“, prophezeien die einen Experten – ein anderer hält zeitgleich für die Schlagzeile her, unser Pensionssystem sei gesichert. Fakt ist auf jeden Fall: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mussten die vergangenen 20 Jahre immer mehr Abstriche in Kauf nehmen.
„Irgendwann sind die Grenzen erreicht“, erklärt AK-Präsident Hubert Hämmerle, „unreflektierte Forderungen nach Heraufsetzung des Pensionsalters und anderen Verschlechterungen verunsichern die Menschen und machen ihnen Angst vor der Zukunft.“
Verschlechterungen für unselbstständig Beschäftigte
Zumal es „seit Anfang der 90er-Jahre im Pensionssystem für die Versicherten keine Verbesserungen mehr gegeben hat“, rechnet Dr. Klaus Holbach, Leiter der AK-Rechtsabteilung vor.
Einige wesentliche Verschlechterungen aus Sicht der unselbstständig Beschäftigten:
- 1994 wurde der Modus für die jährliche Pensionserhöhung geändert, der Anpassungsfaktor wird seither ans Netto- und nicht mehr Bruttoeinkommen gekoppelt
- seit 1996 wird die Pension nicht mehr im Voraus, sondern im Nachhinein ausbezahlt. Durch eine Aliquotierung im Sterbemonat erspart sich der Staat Geld
- bis 1996 wurden Schulzeiten als Ersatzzeiten angerechnet, seither müssen diese teuer „nachgekauft“ werden
- ebenfalls durch das Sparpaket 1996 wurden die Zugangsbestimmungen zur vorzeitigen Alterspension verschärft, 2004 wurde sie gänzlich abgeschafft
- ab 1997 sorgen zum wiederholten Mal geänderte Pensionsberechnungen für ein niedrigeres Pensionsniveau
- ab 2000 wurde der Zugang zu krankheitsbedingten Pensionen für ältere Arbeitnehmer massiv erschwert, Abschläge bei Pensionsantritt vor dem Regelpensionsantritt deutlich erhöht.
Keinen Grund zur Panikmache
Diese und zahlreiche weitere Anpassungen – etwa durch die Pensionsreform 2004 – haben die Pensionskassen entlastet. So genannte oder angebliche „Schlupflöcher“ wurden sukzessive gestopft, „dadurch wird das faktische Pensionsantrittsalter die nächsten Jahre automatisch steigen“, sagt Holbach: „Es gibt keinen Grund zur Panikmache!“
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