„MyPhone“ keilt mit Postwurfsendung

Konsumenten sollten das Kleingedruckten genau lesen

Keilte die Firma „MyPhone“ Verträge bisher zumeist per Telefon, hat sie nun ihre Strategie geändert: Mittels Postwurfsendung wird damit geworben, dass die Konsumenten einen Monat kostenlos telefonieren können. Mag. Sandra Wolf von der AK-Konsumentenberatung rät, nicht vorschnell solche Verträge abzuschließen und zuerst das Kleingedruckte zu lesen.

Der Telefonanbieter „MyPhone“ ist in der AK-Konsumentenberatung wohl bekannt. Die Firma keilte jahrelang sehr aggressiv Telefonverträge per Telefon. Zirka 300 Fälle wurden bisher von den AK-Konsumentenschützern alleine in Vorarlberg bearbeitet. Bereits in mehreren Fällen stehen sich AK und „MyPhone“ gerichtlich gegenüber.

In der aktuellen Postwurfsendung bewirbt „MyPhone“ 220 Freiminuten und einen Monat kostenlose Telefonie. Erst auf den zweiten Blick ist das Kleingedruckte zu erkennen: Das Angebot gilt nur bei einem Vertrag über zumindest 24 Monate und verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn nicht mindestens zwei Monate vor Vertragsende gekündigt wird. „Diese Klausel widerspricht dem österreichischen Konsumentenschutzgesetz“, weiß Mag. Sandra Wolf. Damit die Nichtkündigung zur Vertragsverlängerung führt, müssen die Konsumenten separat darauf hingewiesen werden, dass sich der Vertrag durch das Nichteinhalten der Kündigungsfrist automatisch verlängert.

Weiters wirbt „MyPhone“ im Kleingedruckten mit einer Grundgebühr von nur € 4,99 im Monat. Tatsächlich müssen die Grundgebühren weiterhin in voller Höhe bei der Telekom Austria bezahlt werden. Bei der Firma „MyPhone“ muss somit monatlich eine zusätzliche Grundgebühr in Höhe von € 4,99 entrichtet werden.

„Günstiger geht`s kaum!“ Dieser Werbeslogan der Firma „MyPhone“ ist mit Vorsicht zu genießen. Denn ob ein Tarif billiger ist oder nicht, hängt in erster Linie vom persönlichen Telefonverhalten ab.

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