AK Vorarlberg lässt regelmäßig Einstellung zu unserer Lebenswelt abfragen

Frauen und ältere Arbeitnehmer in Vorarlberg blicken momentan besonders verunsichert in die Zukunft. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Untersuchung, wo die Beschäftigten im Land der Schuh drückt, welche Entwicklung ihnen Sorge oder sogar Ängste bereitet.

Natürlich hinterlässt die Finanz- und Wirtschaftskrise auch in den Köpfen Spuren: 62 Prozent haben Angst vor Arbeitslosigkeit. 2007, als die Wirtschaft auf Hochtouren lief, waren es nur 50 Prozent. Männer, Angestellte, Facharbeiter und über 30-Jährige fürchten sich derzeit weniger vor dem Verlust des Arbeitsplatzes als der Durchschnitt. Die Unterschiede zwischen den Teilgruppen sind, statistisch betrachtet, teilweise beträchtlich.

Hingegen bietet sich bei der Auswertung der Frage nach dem Leistungsdruck ein sehr einheitliches Bild. Konkret gibt es hier lediglich eine Schwankungsbreite zwischen 78 (Facharbeiter) und 88 Prozent (Frauen, 45-Jährige und Ältere sowie Angelernte). Quer durch alle sozialen Schichten klagen durchschnittlich 84 Prozent über den hohen Leistungsdruck am Arbeitsplatz. „Das ist der mit Abstand höchste Wert unter allen untersuchten Aspekten“, sagt AK-Präsident Hubert Hämmerle: „Ganz egal ob Frauen oder Männer, Arbeiter oder Angestellte, Jung oder Alt – der Stress oder Leistungsdruck wird quer durch alle beruflichen Teilgruppen und Schichten überall als drückend empfunden.“ Vergleiche man die Werte der vergangenen elf Jahre, so sollte eines zu denken geben: Der Wert, vom als Belastung empfundenen Leistungsdruck betroffen zu sein, sank niemals unter 80 Prozent. Weder zur Hochkonjunktur noch in Krisenzeiten.

Sozialabbau stellt große Sorge dar

Die AK Vorarlberg lässt bestimmte Entwicklungen regelmäßig von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einschätzen. Im Verlauf der letzten zehn Jahre fällt dabei Folgendes besonders auf: zwar ist einerseits die Sorge um Pensionskürzungen und der Abbau von Sozialleistungen gesunken – freilich auch durch „Erledigung“ mit diversen Reformpaketen. Andererseits hat sich das Gesamtklima nur wenig entspannt. Quer durch alle Gruppen sind die Werte zu Themen wie Kriminalität (74 Prozent), sozialer Frieden (55), Werteverlust (44), Überfremdung (66) und Berufschancen (50) zum Teil deutlich schlechter geworden.

Einkommens- und Bildungsniveau

Die Frauen liegen übrigens bei nur einer Ausnahme (Angst vor Pensionskürzungen) in allen Teilaspekten über dem Durchschnitt. Jüngere Arbeitnehmer bis 30 Jahre hingegen nur in drei Bereichen: der Belastung durch Arbeitsdruck, der Angst vor Arbeitslosigkeit und vor verminderten Berufschancen in der Zukunft. Das Einkommens- und Bildungsniveau beeinflusst die Einstellung auch zu diesem Punkt maßgeblich: Nur 36 Prozent aller leitenden Angestellten sehen hier ein Problem, aber 62 Prozent aller angelernten Arbeiter.

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