AK-Präsident Hämmerle: „Regierung muss schleunigst reagieren“

Die neuesten Lehrlingszahlen sind alarmierend: Während in Vorarlberg – als einzigem Bundesland – die Gesamt-Lehrlingszahlen noch einen leichten Aufwärtstrend zeigen, sinkt im Ländle jetzt auch die Zahl der Erstjahr-Lehrlinge. Sie ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent zurückgegangen.

„Jetzt wird deutlich sichtbar, welchen Bärendienst die Bundessozialpartner der dualen Ausbildung mit der Demontage des Blum-Bonus und der Einführung der Lehrlingskündigung erwiesen haben“, ärgert sich AK-Präsident Hämmerle, der eine klare Botschaft an die Bundesregierung sendet: „Wenn jetzt nicht sofort gehandelt wird, ist das für mich grob fahrlässig unserer Jugend gegenüber!“ Ein entsprechender Lösungsvorschlag des früheren Regierungsbeauftragten Egon Blum liege bereits auf dem Tisch und müsse schleunigst umgesetzt werden.

Noch vor Jahresfrist wurde durch die Einführung der unsinnigen Lehrlingskündigung ein Zuwachs von 5000 Lehrstellen versprochen. „Genau das Gegenteil ist eingetreten. Wir haben in Österreich fast 5000 Erstjahrlehrlinge weniger. Und der Abwärtstrend geht nicht zuletzt auch durch die Demontage des Blum-Bonus, bei dem der Zusätzlichkeitsaspekt gestrichen wurde, ungebremst weiter, wenn nicht sofort und entschlossen gehandelt wird“, fasst Hämmerle die ernste Situation zusammen.

Ein entsprechender Lösungsansatz wurde von Egon Blum bereits ausgearbeitet. So soll der noch bestehende Bonus um die Komponenten „Zusätzlichkeitsbonus“, „Treuebonus“ und „Qualitätsbonus“ (Letzterer ist bereits in Umsetzung) ausgeweitet werden. „Ich unterstütze diesen Vorschlag mit Vehemenz“, sagt der AK-Präsident, „denn er hat den Vorteil, dass er sofort umgesetzt werden kann.“ Man könne in der dramatischen Situation nicht darauf warten, bis genügend überbetriebliche Ausbildungsplätze, bei denen bei weitem nicht alle 250 von KMUs angebotenen Lehrberufe abgedeckt werden, zur Verfügung stehen. Dass im gleichen Zug die Lehrlingskündigung, die der dualen Ausbildung nur schadet, abgeschafft werden muss, ist für Hämmerle eine Selbstverständlichkeit. „Ich sage es noch einmal mit aller Deutlichkeit: Wer jetzt nicht handelt, der handelt grob fahrlässig gegenüber unserer Jugend!“

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