Bildung mindert das Risiko der Arbeitslosigkeit

AK-Präsident Hämmerle fordert: „Gezielte Förderung von Schülern und mehr Mittel für die berufliche Weiterbildung“

Die Chancen am Arbeitsmark werden maßgeblich vom Bildungsniveau bestimmt. AK-Präsident Hämmerle spricht sich für ein chancengleiches Bildungssystem mit gezielter Förderung und Klassengrößen von nicht mehr als 25 Schülern aus. Zudem muss der duale Weg „Lehre mit Matura“ und die kontinuierliche berufliche Weiterbildung gefördert werden.

Die Beteiligung am Erwerbsleben hängt unmittelbar von der Bildungsstufe ab. Je besser die Ausbildung, desto geringer ist das Risiko der Arbeitslosigkeit. Während in den Pflichtschulen noch rund ein Drittel der Kinder aus Haushalten mit niedrigem Einkommen stammen, finden sich bei der AHS-Matura gerade noch 16 Prozent. Fast 60 Prozent der polytechnischen Schüler und die Hälfte aller Berufsschüler kommen aus Haushalten mit einem Einkommen unter 1.500 Euro. Etwas zu ändern, ist schwierig, was dreißig Jahre sozialdemokratische Schulpolitik verdeutlichen, in welchen es nicht gelungen ist, ein chancengleiches Bildungssystem zu schaffen. AK-Präsident Hämmerle bringt diese Problematik auf den Punkt: „Soziale, regionale oder geschlechtsspezifische Merkmale dürfen nicht die Bildungschancen und in Folge die Chancen zur vollen Teilnahme am Arbeitsmarkt bestimmen. Vielmehr brauchen wir ein Schulsystem, das Kinder fördert und nicht frühzeitig abschiebt.“ Deshalb ist auch die alte sozialdemokratische Forderung nach einer Gesamtschule kritisch zu hinterfragen. Es geht vielmehr um eine Schule, die Begabungen fördert statt nivelliert und die auf Leistungen und Defizite mit gezielten Fördermaßnahmen reagiert. Vorraussetzung dafür sind Klassengrößen von höchstens 25 Schülern, sowie ein Kurssystem und Stützmaßnahmen im Rahmen des regulären Unterrichts.

Lebenslanges Lernen

Enorm wichtig für jegliche Bildungsstrategie sind zudem einerseits die Durchlässigkeit des Bildungssystems und andererseits ein Bewusstsein für lebenslanges Lernen. Die Arbeiterkammern und Gewerkschaften konnten erreichen, dass der Zugang zum Hochschulstudium mittels Berufsreifeprüfung möglich ist. Dadurch werden jungen Lehrabgängern zahlreiche neue Chancen für das Erwerbsleben geboten. Wichtig ist nun, dass diese Möglichkeiten durch verschiedene, parallel mit der Lehrlingsausbildung laufende Angebote noch verbessert werden. Aufgrund der sich wandelnden Altersstrukturen ist neben dem dualen Ausbildungssystem das so genannte lebenslange Lernen unumgänglich. AK-Präsident Hämmerle konkretisiert: „Eine fachliche Auffrischung oder auch laufende Ergänzung des Wissens während des Berufslebens sollen durch eine Erhöhung der Mittel für die berufliche Weiterbildung und die finanzielle Förderung von bildungswilligen Berufstätigen gefördert werden.“

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