Zufriedenheit hängt von Ausbildung ab

„Je höher die Ausbildung, desto zufriedener die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Pflichtschulabgänger ohne Lehre schneiden in allen Bereichen deutlich schlechter ab. Hier gibt es großen Aufholbedarf in Punkto Ausbildung“, betont AK-Präsident Hubert Hämmerle.

Die formale Ausbildung der Beschäftigten ist ein Gradmesser, was die Arbeitszufriedenheit anbelangt. Personen mit Matura bzw. Universitätsabschluss weisen einen Gesamtindex von 124 Punkten auf und liegen damit satte 12 Indexpunkte über dem Durchschnitt in Vorarlberg.

Maturant/innen und Akademiker/innen verfügen aufgrund ihrer Qualifikation über die meisten Freiheitsgrade bei der Gestaltung ihrer Arbeitsmarktsituation. Sie liegen beinahe in allen befragten Punkten vorne, insbesondere bei den Karrieremöglichkeiten (+12 Indexpunkte), den Arbeitsmarktchancen (+17 Indexpunkte), der allgemeinen Berufszufriedenheit (+10 Indexpunkte), der Zeiteinteilung (+10 Indexpunkte) und der Zufriedenheit mit dem Einkommen (+4 Indexpunkte) bzw. den Sozialleistungen (+10 Indexpunkte). Zudem weisen sie im Vergleich zu den Pflichtschulabsolventen mit/ohne Lehre und den Fach- und Handelsschulabsolventen die geringsten Belastungen auf.

Pflichtschulausbildung ohne Lehre

Wer lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügt, sieht der Zukunft deutlich negativer entgegen. Neben den subjektiven Arbeitsmarktchancen (-13 Indexpunkte), der Karriereoption
(-22 Indexpunkte), liegt auch der materielle Aspekt wie die Zufriedenheit mit dem Einkommen
(-16 Indexpunkte) und den Sozialleistungen (-20 Indexpunkte) deutlich unter dem Durchschnitt. Dem gegenüber sind die physischen (+15 Indexpunkte) und psychischen Belastungen
(+12 Indexpunkte) überdurchschnittlich hoch.

Vorarlberger Weg

„Bildung – das heißt Aus- und Weiterbildung – ist und bleibt der wesentlichste Bereich, damit die Arbeitszufriedenheit steigt. Der Arbeitsklimaindex spricht eine deutliche Sprache: Sowohl die duale Ausbildung als auch eine entsprechende weiterführende Schulausbildung stärken das Selbstbewusstsein der Arbeitnehmer/innen und erhöhen ihre Chancen am Arbeitsmark um ein Vielfaches. Der ‚Vorarlberger Weg’ – speziell im Bereich Lehrlingsausbildung – ist der Richtige und muss weiter mit allen Kräften forciert werden. Wichtig in diesem Bereich ist es, die unsinnige Lehrlingskündigung endlich rückgängig zu machen und den Blum-Bonus wieder aufzuwerten“, fordert AK-Präsident Hämmerle.

Stellung im Beruf

Auch beim Vergleich der Stellung im Beruf, zeichnet sich ein ähnliches Bild wie bei der Schulbildung ab. Hilfsarbeiter (86 Indexpunkte) sowie Facharbeiter (106 Indexpunkte) sind im Vergleich zum Gesamtindex von Vorarlberg (116 Indexpunkte) unterdurchschnittlich zufrieden. Anders sieht es bei den qualifizierten Angestellten (120 Indexpunkte) und den einfachen Angestellten (113 Indexpunkte) aus. „Nimmt man die Detailauswertungen unter die Lupe, ist der Grund für die hohe Arbeitsunzufriedenheit der Facharbeiter besonders in den Teilindices Betrieb und Arbeit zu finden. Auch die Belastungen fallen bei den Fachkräften besonders hoch aus. Es stellt sich grundsätzlich die Frage, inwiefern die Betriebe in den Bereichen Sozialleistungen und Führungsstil Aufholbedarf haben. Diese Werte sind heuer besonders bedenklich“, fasst Hämmerle zusammen.

Ergebnisse im Detail

Hilfsarbeiter bewerten ihre Karriere und Arbeitsmarktchancen eher negativ. Weiters sind sie im Vergleich zu den anderen Gruppen besonders mit ihrem Einkommen (-19 Indexpunkte), den Sozialleistungen (-26 Indexpunkte) und dem Führungsstil (-20 Indexpunkte) unzufrieden und zusätzlich besonders stark von physischen (+14 Indexpunkte) und psychischen Belastungen (+11 Indexpunkte) sowie Isolation am Arbeitsplatz (8 Indexpunkte) betroffen. Bei den Facharbeitern sieht das Bild – bis auf die Arbeitsmarktchancen (+11 Indexpunkte) – ähnlich aus: Sozialleistungen: -13 Indexpunkte, Führungsstil: -11 Indexpunkte, Einkommen: -8 Indexpunkte, psychischer Stress, Zeitstress: 12 Indexpunkte, psychische Belastungen: +20 Indexpunkte, Innovationsstress: +10 Indexpunkte.

Einfache Angestellte wiederum liegen bei der Arbeitszufriedenheit in Bezug auf den Gesamtindex geringfügig über dem Durchschnitt, jedoch bewerten sie ihre Erwartungen hinsichtlich Karriere (-1 Indexpunkt) und Arbeitsmarktchancen
(-6 Indexpunkte) deutlich unter dem Durchschnitt. Eher unzufrieden sind sie mit den Sozialleistungen des Betriebes (-2 Indexpunkte) und den Arbeitsmarktchancen (-6 Indexpunkte).

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