Eine Million Menschen in Österreich sind armutsgefährdet
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„Armut darf nicht sein!“ – unter diesem Motto soll im „Europäischen Jahr 2010“ in der gesamten EU die Eindämmung der Armut – von der jeder Sechste betroffen ist – in den Mittelpunkt rücken.
Europäisches Jahr 2010: die Ziele
Das Bewusstsein für die Ursachen und Folgen der Armut in Europa sollen geschärft werden, und zwar sowohl bei Schlüsselakteuren wie Regierungen und Sozialpartnern als auch in der breiten Öffentlichkeit. Zugleich sollen diese unterschiedlichen Gruppen für die Armutsbekämpfung mobilisiert werden, die soziale Integration gefördert und klare Bekenntnisse zur Entwicklung europäischer und nationaler Strategien für die Eindämmung von Armut und Ausgrenzung eingefordert werden.
Kinder sind besonders gefährdet
Oft reicht eine längere Krankheit, ein Unfall oder einfach der Verlust des Arbeitsplatzes, um an der Armutsgrenze zu landen. Einige wenige Zahlen:
- Selbst arbeitende Menschen verdienen nicht immer genug für ein menschenwürdiges Leben: Für acht Prozent der Europäer genügt eine Arbeitsstelle nicht, um der Armut zu entkommen
- 79 Millionen Menschen leben in der EU unterhalb der Armutsgrenze
- in den meisten Mitgliedsstaaten sind Kinder noch mehr als Erwachsene bedroht, insgesamt sind das 19 Millionen oder 19 Prozent aller EU-Bürger unter 14 Jahre.
Mindestsicherung: Österreich wird aktiv
In Österreich bildet die zentrale Maßnahme die Umsetzung der bedarfsorientierten Mindestsicherung. Weiters hat Österreich die Teilnahme am EU-Programm „Lebensmittel für Bedürftige“ bei der Europäischen Kommission gemeldet, sodass die erstmalige österreichische Teilnahme am Programm ebenfalls ins Europäischen Jahr fällt.
Armut in Österreich
- Rund eine Million Menschen oder ca. 13 Prozent der Bevölkerung sind armutsgefährdet. Die „Armutsgrenze“ liegt bei 951 Euro netto pro Monat. Für jeden weiteren Erwachsenen im Haushalt erhöht sich der Wert um 475 Euro, für jedes Kind um 285 Euro.
- Rund eine halbe Million gilt als „manifest arm“, liegt also unter der Armutsgrenze und hat zusätzlich mit zentralen Einschränkungen (z.B. bei Wohnen, Gesundheit, Lebensmittelversorgung) zu kämpfen.
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