„Lehrerausbildung steht kurz vor dem Kollaps“

Hohen Besuch hatte der letzte Bildungsausschuss der AK Vorarlberg von Schullandesrat Sigi Stemer. Er erörterte dabei den Standpunkt der Landesregierung zum Thema Bildung und Schule.

Besonders erwähnte er dabei das neue Modell des Vorarlberger Bildungshauses, ein Grundsatzprogramm, welches unter Mitwirkung eines breiten Querschnittes an Persönlichkeiten entwickelt wurde. Von der Schülerin über den Lehrling bis hin zu Professoren von höheren Schulen erarbeitete ein Team dieses fünfstufige Modell des Landes.

Ohne intakte Beziehung in der Bildungspartnerschaft zwischen Schülern, Lehrern und Eltern sei lernen nicht möglich. „Lehrer sind Coaches und Begleiter. Wissen muss früh, ganzheitlich und individuell vermittelt werden.“ so Stemer.

Ganztagesschule wird eingeführt

Ab dem nächsten Schuljahr würden zumindest in den Städten maßgeschneiderte Modelle verschränkter Angebote der Ganztagsschule eingeführt. Zusätzliche fünf Millionen Euro stünden für solche Initiativen bereit, wenn der Bund diese nicht finanzieren kann oder wolle, für den Berufsschulbereich käme man sogar auf Investitionen von fast 15 Millionen. Stemer: „Wir warten nicht bis die Bundesregierung soweit ist, sondern probieren im Rahmen unserer Möglichkeiten Neues zu gestalten“.
Bezugspersonen. Einen wahren Kollaps sagt Stemer im Bereich der Lehrerausbildung ab 2012 voraus. Bis 2020 sei mit akutem Lehrermangel zu rechnen, es sei nicht erst fünf vor zwölf sondern fünf nach zwölf, darauf müsse die Regierung unverzüglich und angemessen reagieren.

Zum Problem könnten auch die fehlenden männlichen Bezugspersonen besonders in den Volksschulen werden, „85 Prozent der unterrichtenden dort sind weiblich, was zum Teil auch durch das Gehalts- und Besoldungssystem zu erklären ist,“ führte Stemer aus. Deshalb sei eine Schulverwaltungsreform genau so dringend wie eine Reform des Bildungssystems insgesamt, als wichtiger Schritt der Anerkennung gegenüber jenen, die sich mit den jüngsten Schülern auseinandersetzen. Gerade jetzt sei eine besondere Chance für Veränderung.

„Viele der teuren Systemerhalter gehen in den nächsten Jahren in Pension, dann kann ich diese freiwerdenden Mittel in einem neuen Besoldungssystem einsetzen, ohne das jemand Bestehendes verliert“, so Stemer abschließend.

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