Vom (unbedachten) Konsum zur Überschuldung

Die Arbeit der Betriebsräte im Land erstreckt sich auf weit mehr als nur arbeitsrechtliche Fragen. Besonders aktuell ist das Thema Überschuldung – mit steigender Tendenz, wie zu befürchten ist: Finanzielle Probleme in den Privathaushalten erreichen erfahrungsgemäß stets etwa zwei Jahre nach großen Wellen von Arbeitslosigkeit ihren Höhenpunkt, erklärte Dr. Dieter Korczak. Der Leiter des Instituts für Grundlagenforschung München und Peter Kopf, Leiter der IfS-Schuldenberatung, zeigten beim vierten „AK-Znüne“ rund 50 Betriebsräten und Betriebsrätinnen die Hintergründe für Überschuldung auf.

Hauptsächlicher Auslöser ist Arbeitslosigkeit, erklärte Dieter Korczak, das beste Mittel zur Vermeidung folgerichtig Arbeit schaffen. Dahinter folgen Scheidungen und – vor allem bei Jungen – „unwirtschaftliche Haushaltsführung, weil sie es nicht gelernt haben“, so Korczak. Streitereien übers Geld sind wiederum eine der Hauptursachen für Scheidungen.
Dieter Korczak belegte von der wissenschaftlichen Seite her, Peter Kopf aus der Beratungspraxis, dass sich der Großteil der von Überschuldung Betroffenen selbst zu lange belügt. Der Weg zur Schuldenberatung werde oft erst beschritten, wenn schon der Hut brennt. Peter Kopf gab den Betriebsräten konkrete Hinweise, wie bei Arbeitskollegen Warnzeichen zu erkennen sind, und welche Hilfe angeboten werden kann.
Mit diesem Auftakt zur Initiative „Raus aus den Schulden!“ traf die Veranstaltung ganz offensichtlich einen Nerv: Die Fragen, die sich den beiden Referaten anschlossen, unterstrichen die Brisanz des oft tabuisierten Themas.

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